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«Stadt ernähren»
«Nourrir la ville»

Tagung für lokale und nachhaltige Strategien
Rencontre pour des stratégies locales et durables

Vollständiges Programm: auf Deutsch / en Français

20. September ca. 9.00 - 18.00,
Wyttenbachhaus, Jakob-Rosius 1 in Biel
Maison Wyttenbach, Rue du Rosius 1, Bienne

Tagungsbeitrag / Entrée* 75.- / 55.- francs (tarif réduit) / inklusive Mittagessen / inclus déjeuner

Lange Zeit war die Versorgung der Städte mit Lebensmitteln eine lokale Aufgabe. Heute spielen Raum und Zeit kaum noch eine Rolle. Die direkten Verbindungen von Produzent und Konsument wurden gekappt. Die Konsumenten wissen nicht mehr, was sie wirklich essen und die Produzenten kämpfen um ihre Existenz im globalen Markt.

Ernährungsstrategien stellen die Verbindung zwischen Produktion und Konsum von Lebensmitteln wieder her und beziehen dabei Zivilgesellschaft, Behörden und Politik ein. Kriterien wie Gesundheit, Nachhaltigkeit, Diversität und Transparenz eröffnen neben einem bewussten Konsum auch praktische Handlungsmöglichkeiten: z.B. urbane Landwirtschaft, Vertragslandwirtschaft und Gemeinschaftsgärten. Der gesamte Kreislauf von Produktion, Verarbeitung, Vertrieb, Genuss und Entsorgung werden unter dem Gesichtspunkt von Nachhaltigkeit und Regionalität gestellt. Das führt zum Erhalt und Ausbau der lokalen Vielfalt, der Stärkung der regionalen Landwirtschaft und zu mehr Arbeitsplätzen im gesamten Kreislauf. So entstehen resiliente, zukunftsfähige und selbstbewusste Gemeinschaften.

Wie ernähren wir in Zukunft unsere Stadt? Die Diskussion darüber wird mit dieser Tagung eröffnet.

* Ein allfälliger Überschuss fliesst vollumfänglich in die städtische Initiative für biologische und regionale Nahrungsmittelversorgung in den Heimen, Krippen und Schulen.

Pendant longtemps, l’approvisionnement des villes en denrées alimentaires a été une affaire régionale. De nos jours, le temps et l’espace ne jouent plus aucun rôle en la matière. Les relations directes entre producteurs et consommateurs ont été escamotées. Par conséquent, les consommateurs ne savent plus vraiment ce qu’ils mangent et les producteurs doivent batailler pour survivre sur le marché mondial.

Les stratégies visant à rétablir la souveraineté alimentaire recréent le lien entre producteurs et consommateurs tout en intégrant la société civile, les administrations et les milieux politiques à cette démarche. Des critères tels que la santé, le développement durable, la diversité et la transparence permettent un mode de consommation plus conscient et ouvrent des possibilités d’action concrètes : agriculture urbaine, agriculture contractuelle, jardins communautaires, etc. Le cycle intégral de production, transformation, distribution, consommation et élimination est soumis au développement durable et à la proximité géographique, ce qui conduit au maintien et au développement de la diversité à l’échelle locale, au renforcement de l’agriculture régionale et à la création d’emplois sur tout le cycle. Cette dynamique favorise l’émergence de communautés solides, conscientes et aptes à faire face aux changement et leur assure un meilleur avenir.

Comment notre ville va-t-elle se nourrir demain ? La rencontre s’articule autour de cette question essentielle.

* Les excédents éventuels seront intégralement reversés au profit de l’initiative biennoise pour l’approvisionnement des EMS, des crèches et des écoles en denrées alimentaires issues de l’agriculture biologique et régionale.

Anmeldung / inscription: info@vision2035.ch

Vollständiges Programm:

9:00 Ankommen

9:30 Begrüssungsworte Barbara Schwickert (Direktion Bau, Energie und Umwelt der Stadt Biel)

09:45 Philipp Stierand: Kommunale Ernährungspolitik: Ernährungsräte und Ernährungsstrategien als Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung. (D)

Über Jahrzehnte hinweg haben sich Städte in Westeuropa keine Gedanken über die Lebensmittelversorgung gemacht. Jetzt drängt das Thema Ernährung mit Macht in die Städte zurück. Die Bürger beginnen, ihr Obst und Gemüse selbst anzubauen, und das nicht im Kleingarten und Hinterhof, sondern demonstrativ im Vorgarten und im Stadtpark. Mit dieser Rückkehr der Ernährungspolitik in die Städte werden Fragen thematisiert, die weit über den Lebensmittelanbau hinausgehen und die zentralen Aufgaben der zukünftigen Entwicklung von Städten betreffen. Wie kann die Lebensmittelversorgung, die heute massiv natürliche Ressourcen verbraucht, die nachhaltige Entwicklung der Stadt unterstützen? Ernährung bietet unverzichtbare Möglichkeiten zum Lösen von städtischen Problemen und entscheidende Chancen für die Stadtentwicklung in den Bereichen Nachhaltigkeit, Gesundheit, Wirtschaft, Soziales, Stadtgestaltung und Lebensmittelversorgung. Weltweit setzen sich Kommunen mit ihrer Lebensmittelversorgung auseinander. Sie nutzen das Thema Ernährung um damit bis jetzt scheinbar nicht zusammenhängende Politikfelder zu verknüpfen; sie suchen die Zusammenarbeit mit dem Bürger über klassische Grenzen von Behörden, Verbänden und Interessengruppen hinweg. Ernährungsräte und Ernährungsstrategien haben sich dabei als die wichtigsten Instrumente kommunaler Ernährungspolitik heraus kristallisiert.
Dr. Philipp Stierand hat Raumplanung studiert und arbeitet seit 10 Jahren in der Naturkostbranche. Er betreibt den Blog: speiseraeume.de und hat das Handbuch «Stadtentwicklung dem Gartenspaten – Umrisse einer Stadternährungsplanung» publiziert.

11:00 Monika Jäggi: Städte, Nahrungsmittelpolitik & Planung am Beispiel von Toronto/Kanada (D/E)

Eine neue Bewegung hat Städte weltweit erfasst – die urbane Landwirtschaft. Die urbane Nahrungsmittelproduktion ist jedoch raumfordernd und konkurrenziert den Trend zum verdichteten Städtebau. Soll die urbane Landwirtschaft mehr als ein Freizeitvergnügen sein, müssen Städte Nahrungsmittelpolitik und Stadtplanung miteinander verbinden. In der Schweiz gibt es noch keine städtische Nahrungsmittelpolitik und Ernährung und Stadtplanung sind (noch) keine Themen – anders als in kanadischen Grossstädten wie Toronto. Dort wird der städtische Nahrungsmittelanbau offiziell gefördert. Welche Nahrungsmittelpolitik steckt dahinter? Wer sind ihre Akteure? Welches sind die Voraussetzungen, damit eine Nahrungsmittelstrategie umgesetzt werden kann? Was ist die Rolle der Stadtplanung? Monika Jäggi ist promovierte Sozialgeographin und Wissenschaftsjournalistin mit Fachgebiet urbane Landwirtschaft und städtische Nahrungsmittelpolitik. Sie lebt in Basel und in Toronto, Kanada. www.monikajaeggi.ch

12:00 Ulrike Minkner – Ernährungssouveränität (D/F)

Ernährung geht uns alle etwas an. Wir sind besorgt und tragen Sorge. Wir wollen wissen, was wir essen, woher die Produkte kommen und wie sie hergestellt werden. Mit dem Konzept der Ernährungssouveränität tragen wir die Verantwortung gemeinsam.
Ulrike Minkner ist Landwirtin auf dem Mont-Soleil und Co-Präsidentin von Uniterre. www.uniterre.ch

12:30 Regionales Mittagsbuffet

13:45 Rudi Berli: Die Förderung lokaler nachhaltiger Wirtschaftskreisläufe am Beispiel Genf

Genf hat in den letzten zehn Jahren seit der Gründung der Kommission Ernährungssouveränität (ES) auf verschiedenen Ebenen konkret und erfolgreich zum Thema gearbeitet. Das Label «GenèveRégionTerreAvenir» garantiert Regionalität und wird von rund 200 Betrieben getragen. Die erste faire Milch der Schweiz wurde lanciert und später auf das BioGetreide ausgeweitet. Die mobile Mühle von Affaire TourneRêve fördert die bäuerliche Brotherstellung. Aktuell gibt es 13 Vertragslandwirtschaftsprojekte in Genf.

Rudi Berli ist Gemüseproduzent bei den Jardins de Cocagne und Sekretär der Bauerngewerkschaft Uniterre.

14:15 Thomas Gröbly – Mut machen mit Nachbarschaften!

Lebenswerte Nachbarschaften können mithelfen, viele aktuelle Herausforderungen wie Einsamkeit, Anonymität, Lärm, Gewalt, Vandalismus und Ressourcenverschleiss zu lösen. Da wir Menschen im Zentrum stehen, machen solche Projekte Mut und legen den Weg frei verantwortungsvoll zu leben.
Thomas Gröbly, Dozent für Ethik und Nachhaltigkeit der Fachhochschule Nordwestschweiz und Mitglied im Vorstand des Vereins Neustart Schweiz

15:00 Diskussionsgruppen: Wir erarbeiten in kleinen Gruppen zusammen mit den Referenten Grundlagen zum Thema Ernährungsstrategien.

17:00 Zusammentragen und Präsentation der Ergebnisse

18:00 Ende


En Français:

9 h - Accueil

9 h 30 – Discours de bienvenue de Barbara Schwickert (Direction des travaux publics, de l’énergie et de l’environnement de la ville de Bienne)

9 h 45 – Philipp Stierand : Politique communale en matière d’alimentation –conseils et stratégies de politique alimentaire dans leur contribution à un urbanisme durable (en allemand)

Des décennies durant, les villes occidentales ne se sont absolument pas préoccupées de leur approvisionnement en denrées alimentaires. Aujourd’hui, la question revient en force au niveau urbain. Les citadins commencent à cultiver leurs propres fruits et légumes. Pas seulement dans les arrière-cours et les jardinets, mais de manière plus affirmée, sur les trottoirs et dans les jardins publics. Ce retour de la politique alimentaire dans les villes permet de thématiser des questions qui dépassent largement celle des cultures vivrières et touchent aux fonctions essentielles des villes de demain.
Par exemple, comment l’approvisionnement en denrées alimentaires, qui recourt aujourd’hui à l’exploitation massive des ressources naturelles, peut-il aider au développement durable de la ville ? L’alimentation fournit des moyens incontournables pour résoudre certains problèmes urbains et des occasions décisives pour développer la ville sous les angles de la soutenabilité, de la santé, de l’économie, du social, de l’aménagement urbain et de l’approvisionnement. Dans le monde entier, des communes se penchent sérieusement sur le problème de leur approvisionnement alimentaire ; elles en profitent pour rattacher à cette thématique des aspects politiques qui semblaient jusqu’ici sans rapport, et recherchent la coopération avec les habitants au-delà des frontières classiques des administrations, des associations et des groupes d’intérêts. Les conseils et les stratégies de politique alimentaire sont ainsi devenus les principaux instruments de la politique communale en la matière.

Philipp Stierand possède un doctorat en aménagement du territoire. Il travaille depuis dix ans dans la branche de l’alimentation naturelle. Il anime le blogue speiseraeume.de et il a publié le manuel « Stadtentwicklung mit dem Gartenspaten – Umrisse einer Stadternährungsplanung ».

11 h – Monika Jäggi : Villes, politique alimentaire et aménagement urbain par l’exemple de Toronto, au Canada (allemand et anglais)

L’agriculture urbaine vient de naître et forme déjà un mouvement qui se propage de ville en ville à travers le monde. Ce mode de production des denrées alimentaires exige pourtant de la place et se trouve en compétition avec la tendance à la densification des constructions urbaines. Si l’agriculture urbaine doit être davantage qu’un loisir, il faut alors que les villes fassent concorder leurs politiques alimentaires avec l’aménagement du territoire. Cette démarche est encore inconnue en Suisse, et l’aménagement urbanistique n’est toujours pas mis en relation avec l’alimentation. Au contraire, dans de grandes villes canadiennes telles que Toronto, l’agriculture est encouragée de manière officielle. Quelle politique se cache derrière cette position ? Quels en sont les acteurs ? Quelles sont les conditions nécessaires à la mise en œuvre d’une stratégie alimentaire ? Et quel est ici le rôle de l’aménagement urbanistique ?

Monika Jäggi, jeune docteure en sociographie, est journaliste scientifique en agriculture et politique alimentaire urbaines. Elle vit entre Bâle et Toronto, au Canada : www.monikajaeggi.ch

12 h – Ulrike Minkner : Souveraineté alimentaire (15 mn / français et allemand)

Nous sommes tous concernés par l'alimentation. Nous nous en préoccupons et voulons nous en occuper. Nous voulons savoir ce que nous mangeons, d'où proviennent nos aliments et comment ils ont été produits. Le concept de souveraineté alimentaire nous permet d’assumer cette responsabilité ensemble.

Ulrike Minkner est agricultrice sur le Mont-Soleil et co-présidente d’Uniterre : www.uniterre.ch

12 h 30 – buffet de spécialités régionales

13 h 45 – Rudi Berli : encourager les cycles économiques durables et de proximité par l’exemple de Genève (en français)

Au cours des dix dernières années, soit depuis la création de la Commission Souveraineté alimentaire, des initiatives concrètes et variées ont été menées à Genève, avec des résultats positifs. Porté par quelque 200 exploitations, le label « Genève Région – Terre Avenir » garantit le caractère régional de la production alimentaire. Il a lancé le premier lait suisse de commerce équitable, puis s’est étendu aux céréales de production biologique. Autre exemple, le moulin itinérant de L’affaire TourneRêve permet d’encourager la fabrication locale de pain paysan. La région de Genève compte actuellement quelque 13 projets d’agriculture contractuelle.

Rudi Berli est producteur aux Jardins de Cocagne et secrétaire du syndicat paysan Uniterre.

14 h 15 – Thomas Gröbly : aller de l’avant avec les communautés de voisinage (allemand)

Des communautés de voisinage vivantes peuvent aider à résoudre de nombreux problèmes de notre ère tels que l’isolement, l’anonymat, le bruit, la violence, le vandalisme et la surconsommation. Comme ils redonnent à l’être humain une place centrale, les projets de bon voisinage nous encouragent à aller de l’avant et ouvrent la voie à un mode de vie responsable.

Thomas Gröbly est docteur agrégé en éthique et en développement durable à la Haute école spécialisée de Suisse nord-occidentale (Fachhochschule Nordwestschweiz) et membre de l’association Redémarrer la Suisse.

15 h – Groupe de discussion : nous élaborons la base d'une stratégie alimentaire en petits groupes avec les intervenants.

17 h – Résumé et présentation des conclusions

18 h – Fin