Bieler Perlen Transition Urbanismus

Perspectiva 2019 – hier und jetzt den Wandel anpacken

„Einfach. Machen. Jetzt.“ Unter diesem Motto riefen die OrganisatorInnen der Perspectiva Akteure der Bieler Transition-Bewegung und viele weitere Interessierte am Samstag den 9. März 2019 in der Pauluskirche zusammen. Rund 150 kamen, zum Entdecken, zum Teilen, zum Handeln und zum Feiern – zum gemeinsam die Zukunft Gestalten. Und es war deutlich wahrnehmbar: es drängt nun mit dem sozialen und ökologischen Wandel, die Ideen sind da, der Wille, sie umzusetzen, auch.

Nach einem gross angelegten ersten Teil, bei dem bestehende Initiativen aus Biel und Region an Ständen entdeckt werden konnten, gab es Suppe und Gespräche an langen Tischen. Und dann ging es ans Eingemachte, an die Arbeit in den Waben. Hier noch einmal die Einstimmung dazu von Lukas Weiss und Helene Sironi:  

Was bedeutet „Gesellschaftlicher Wandel“?

Unsere Gesellschaft ist heute auf technischen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum ausgerichtet. Auf Dauer ist dies für das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten nicht tragbar. Wir zerstören durch unser aktuelles Verhalten nicht nur die ökologische Vielfalt der Erde, sondern vernichten auch zunehmend unsere eigenen Lebensgrundlagen. So kann dies nicht weitergehen.

Wir müssen lernen, die Erhaltung der Biodiversität oder die Stabilisierung des Klimas als wertvoller einzustufen, als unseren Überkonsum an begrenzten Ressourcen.

Deshalb sprechen wir heute von der Notwendigkeit eines Wandels unserer Gesellschaft, also von einer grossen gesellschaftlichen Transformation. Woran aber soll sich diese orientieren?

Zunächst geht es um das Ökosystem der Erde. In unserem eigenen Interesse als Menschen muss dieses erhalten werden. Denn es bildet die Grundlage unserer Existenz.

In zweiter Linie geht es um die Gestaltung des sozialen Zusammenlebens, damit kulturelle Errungenschaften wie Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden erhalten bleiben.

Das wirtschaftliche Handeln als Bereich des sozialen Systems muss folglich so gestaltet sein, dass es einerseits dem Gemeinwohl dient. Und andererseits die Regenerationsfähigkeit der natürlichen Systeme nicht zerstört.

Wie können wir das schaffen?

Es gibt drei grundlegende Fähigkeiten, die uns als Menschen auszeichnen:

  • Die erste ist ein reflexives Bewusstsein, das heisst, wir können über unser Handeln nachdenken und daraus lernen.
  • Die zweite ist das prospektive Denken, dank dem wir vorausschauend Planen und Handeln können.
  • Die dritte ist die Fähigkeit zur Kooperation. Dies bedeutet, wir können uns absprechen und Pläne gemeinsam umsetzen.

Die Menschheit hat heute die Macht, globale Probleme wie den Klimawandel und das Artensterben auszulösen. Sie hat aber dank ihren Fähigkeiten auch die Möglichkeit, diese Herausforderungen anzugehen und erfolgreich zu meistern: lernend, vorausschauend, gemeinsam, hier und jetzt.

Der zweite grosse Bieler Transition-Anlass nach jenem vom März 2018 ging letztlich mit beschwingter Worldmusic der Bieler Gruppe Omeda zu Ende. Wenn dieser Schwung nun in all die Projektideen fliesst, die angedacht und entwickelt wurden, dann darf sich ganz Biel freuen: auf mächtig viel Schub für die Transition. 

Organisiert wurde die Perspectiva 2019 von Vertreterinnen und Vertretern folgender Organisationen: Vision 2035, Brot für Alle, Reformierte Kirchgemeinde Biel und Transition Network. 

Weiter geht es mit der Bieler Transition unter anderem mit dem alle zwei Wochen im Gärbi stattfindenden Transition-Tisch.

Wer Lust hat, sich dort mit Gleichgesinnten auszutauschen, kommt einfach spontan vorbei: jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat am Mittag ab 12.15 Uhr an der Gebergasse 25.

Die nächsten Treffen finden statt am: 12. und am 26. März. 

Fotos: Andreas Bachmann / Noémie Cheval (Foto 5) 

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