Transition

Tasse statt Tampons – mein No-Waste-Ding

Wie unsere Autorin die sogenannte Mondtasse entdeckte, warum sie davon begeistert ist und wie sie damit viel Abfall vermeidet – davon schreibt sie in diesem Text. Auftakt zur neuen Serie „Mein No-Waste-Ding“.

„Im Mond“, so wird die Zeit des weiblichen Menstruationszyklus während der Blutung genannt. Die meisten Frauen sind davon betroffen und jede hat ihre persönlichen Vorlieben und Erfahrungen mit den vielen verschiedenen Hygieneartikeln, die es gibt. Ich benutzte Tampons. Diese durften aber nicht beschichtet sein, das gleiche bei den Slipeinlagen. Seit der Geburt meines Sohnes waren die Tampons nicht mehr dicht genug. Und so kam es, dass ich auch noch Slipeinlagen benutzen musste, was mein Wohlbefinden sichtlich beeinträchtigte. 

Eines Tages war ich mit einer Freundin in Biel unterwegs und sie ging mit mir in einen No- Waste-Laden. Dort sah ich sie, die Mondtasse, die Baumwollstoffbinden, alles zum mehrmaligen Gebrauch. Die Tasse überzeugte mich sofort, das mit den waschbaren Binden konnte ich mir für mich weniger vorstellen. So kaufte ich eine Mondtasse. Zehn Jahre könne man sie immer wieder benutzen, hiess es. Kostenpunkt: soviel wie sechs Pack Tampons. Sechs Pack Tampons reichen wohl nicht mal für ein Jahr, und wie viel es erst braucht während zehn Jahren… 

Ich freute mich über diese Neuentdeckung und war schon gespannt, ob es funktionieren würde. 

Die Handhabung ist ganz einfach. Die Tasse ist ein weicher Becher aus Silikon und sieht aus wie ein Trichter ohne Loch, indem sich das Menstruationsblut sammelt. Eingeführt wird sie ähnlich wie ein Tampon. Im Inneren öffnet sie sich und bietet sicheren Schutz. Die Tasse kann bis zu zwölf Stunden in der Scheide belassen werden. Durch Ziehen am „Trichter“ löst sich das entstandene Vakuum und die Tasse kann einfach herausgezogen werden. Das gesammelte Blut ausleeren, und die Tasse bei Möglichkeit mit Wasser ausspülen. Danach wieder zusammenfalten und einführen. Nach jedem Zyklus die Tasse auskochen, somit ist sie wieder einsatzbereit.

Im Gegensatz zu Tampons trocknet sie die Scheide nicht aus und hinterlässt keinerlei Fasern oder Bleichmittel. Manchmal muss man sie umpositionieren, doch meist sitzt sie von Anfang an gut. Auch beim Sport stört sie nicht und bleibt dicht. Ich brauche nun keine zusätzlichen Slipeinlagen mehr, und darüber bin ich sehr froh. Mit der Zeit wurde es mir bewusst, wie viel Abfall ich da spare! Immer wieder bin ich erfreut darüber! Es braucht keine Plastiksäckli mehr, um Tampons oder Binden zu entsorgen, und zu Hause bleibt mein Abfalleimer „im Mond“ leer. 

Draussen in der Natur kann das Blut ganz unbedenklich der Erde übergeben werden. Somit ist die Mondtasse auch bequem und praktisch zum Reisen, nimmt kaum Platz im Gepäck ein und kann für mehrere Monate immer wieder verwendet werden. 

Ich bin sehr überzeugt von dieser Tasse und kann sie allen Frauen empfehlen. Nebst dem Abfallsparen gibt sie einem nämlich einen klaren und natürlichen Bezug zur Blutung und zu einem Teil vom Frausein. 

Die neue Serie „Mein No-Waste-Ding“ ist hiermit eröffnet. Wer möchte aus persönlicher Perspektive als nächstes über sein „Ding“ schreiben? Über das vielseitig einsetzbares Wachstuch? Über den Kaffeebecher, der überallhin mitkommt, oder…?

Wir sind gespannt. Interessierte schreiben bitte an info@vision2035.ch 

Chez Mamie Biel Bienne

In diesem Bieler Unverpacktladen zum Beispiel sind Modelle der Mondtasse erhältlich.