Bieler Perlen

„Wir sammeln die Vision 2035, weil…“

Das Schweizerische Sozialarchiv sammelt seit Jahren die Vision 2035 in ihrer „für die Schweiz einzigartigen, politisch, gesellschaftlich und kulturell überaus vielseitige Zeitschriftensammlung“. Warum eigentlich? Wo lagern dort unsere Zeitungsausgaben? Und wer interessiert sich dafür? Wir haben nachgefragt bei Susanne Brügger, Leiterin der Abteilung Bibliothek. 

Sie bemühen sich aktiv um die Vision 2035, fragen nach, wenn wir mal vergessen, Ihnen unsere aktuelle Ausgabe zu schicken. Warum interessiert Sie unsere Zeitung? 

Die Abteilung Bibliothek erwirbt Monographien, wissenschaftliche und graue Zeitschriften (Periodika), Jahresberichte und Non-Books – thematisch fokussiert auf die soziale Frage und ihre Metamorphose sowie auf die Bewegungen, Organisationen und Initiativen, die sich mit sozialen Problemen befassen und befasst haben. In dieses Sammelprofil hinein passt die Zeitschrift «Vision 2035» gut. Sie widmet sich gesellschaftskritischen Themen und gibt alternativem Denken eine Stimme. Sie thematisiert soziale Aspekte und hinterfragt bestehende Verhältnisse und Gesellschaftsstrukturen und versucht die Zukunft sozial(er) zu denken. Daneben ist es interessant, mit einem Bieler Druckerzeugnis die Brücke zwischen West- und Deutschschweiz zu schlagen.

Was genau passiert mit den Ausgaben, die wir Ihnen zuschicken?

Die Ausgaben werden in säurefreien Schachteln im Büro unserer Periodika-Sammlung gesammelt. Ist eine Schachtel voll, werden die Ausgaben «gebunden», das heisst, sie kommen in eine Bindemappe und werden dann im Magazin (im Keller) versorgt. In unserem öffentlich zugänglichen Lesesaal haben die BesucherInnen eine Auswahl an verschiedenen Zeitschriften. Die «Vision 2035» ist aber nicht darunter, in erster Linie sind lokal verankerte oder dann schweizweit verbreitete Zeitschriften in der Auslage.

Wer kann darauf zurückgreifen? Und wer tut das auch wirklich?

Das Sozialarchiv ist öffentlich, das heisst, alle interessierten NutzerInnen haben bei uns gratis Zugriff auf die Ausgaben von «Vision 2035». Da die Bibliothek des Sozialarchivs innerhalb des Nebis-Verbundes die einzige Bibliothek ist, die die Zeitschrift «Vision» sammelt, kann sie nicht nach Hause ausgeliehen werden und ist nur in unserem Lesesaal einsehbar. Man kann sie also über den Nebis-Katalog zur Ansicht bestellen. Das Einschreiben im Nebis-Verbund ist gratis. 

Werden unsere Ausgaben auch wirklich von Besucherinnen und Besuchern angeschaut?  

Bisher wurde die Print-Version der Zeitschrift noch nie nachgefragt, bei der digitalen Version – wir bieten über den Katalog auch den Zugriff auf die Online-Version an – können wir es nicht beurteilen.

Man muss aber bedenken, dass wir Zeitschriften und Bücher auch für die Zukunft archivieren, d.h. wir sorgen dafür, dass Druck- und Digitalerzeugnisse langfristig zugänglich bleiben. Es ist gut möglich, dass «Vision 2035» in zehn, zwanzig, fünfzig Jahren wichtig sein wird.

Welche Leute nutzen das Sozialarchiv?

Wie schon beschrieben ist das Sozialarchiv eine öffentliche Institution und wird deswegen von verschiedenen Bevölkerungsgruppen genutzt. In erster Linie besuchen uns ForscherInnen und StudentInnen. Viele davon arbeiten mit unseren Archiv- und Dokumentationsbeständen und leihen natürlich auch Bücher und Zeitschriften aus. Viele Studierende benutzen unseren Lesesaal zum Lernen. Wir haben rund 60 Arbeitsplätze.

Daneben kommen interessierte Personen einfach zum Lesen in den Lesesaal, wir bieten ein breites Angebot an aktuellen Zeitungen und Zeitschriften.

Archiv Vision 2035

Auch wir sammeln unsere Ausgaben - alle online als PDF unter diesem Link zu finden. Und wer sich für eine vergangene Nummer auf Papier interessiert, darf uns gerne an info@vision2035.ch schreiben.

Folgende Kriterien sind ausschlaggebend, dass eine Publikation vom Schweizerischen Sozialarchiv gesammelt wird (aus dem Sammelprofil):

  • Die Verfügbarkeit in unseren Referenzbibliotheken (Zentralbibliothek Zürich, ETH, Nationalbibliothek).
  • Die Relevanz der publizierenden Körperschaft in Bezug auf das Sammelprofil. Als Referenz gilt hier die Liste zur Bewertung der Informationsproduzenten. Zudem sollen allfällige Archivbestände berücksichtigt werden.  
  • Geographischer Schwerpunkt/Fokus Schweiz und Zürich.
  • Gesammelt werden sowohl wissenschaftliche Periodika (hauptsächlich aus den sozial, geistes- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen) als auch graue Zeitschriften (Publikationen und Jahresberichte von Verbänden und Bewegungen etc. mit politischer und gesellschaftspolitischer Ausrichtung).
  • Der Fokus liegt auf schweizerischen Publikationen und auf Dokumenten, welche die Verhältnisse in der Schweiz widerspiegeln.
  • Werden bei einer Organisation gesamtschweizerische Publikationen gesammelt, werden Publikationen von regionalen Niederlassungen in der Regel nicht berücksichtigt. 
  • Ausländische graue Periodika werden nur in Betracht gezogen, wenn sie von Organisationen, bzw. inter-/ transnationalen Bewegungen mit Bezug zur Schweiz stammen.