Mitglied Kernredaktion, Geschäftsführer, Vorstand Verein, Autor Von Berufs wegen Journalist, aber ebenso leidenschaftlich Konfi-, Sauerkraut-, und Vermicelles-Produzent, Papa und Hausmann, Intensiv-Hobby-Gärtner, Quartierladen-Verkäufer, Tomatenfuchs und Pfannkuchenbäcker. C’est la diversité qui fait la musique. Ich brenne für: Früchte aller Art, für Bäume und für Velos, für Saatgutvielfalt, kritischen Journalismus, kleine und grosse Visionen, und für herzhafte Produkte aus lokalen Manufakturen.  
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Frühsommergefühle im Stadtzentrum

Eine Ode an die Statussymbole der Neuzeit und ihren täglichen Auftritt auf dem Laufsteg in der City. Ein Mai-Morgen wie aus dem Bilderbuch. Autos in allen Farben und Formen rauschen an der Mühlebrücke. Biel erwacht, ein erster Sommertag kündigt sich an. Es ist etwas los an diesem Samstagmorgen. Vor allem schwarze und weisse, aber auch blaue, rote und ab und zu gar grüne Automobile bringen Leben ins Zentrum. Wie ein endloser Tatzelwurm schlängeln sie sich vom See Richtung Bözingen und umgekehrt und verpassen der Szenerie mit ihrem monoton-eindringlichen Rauschen eine meditative Note. Die ersten Sonnenstrahlen lassen die Metallgehäuse der Gefährte aufblitzen. Darunter so manches Prachtexemplar. Porsches der neuesten Generation, blitzblanke Teslas und hochrädrige SUVs, die sich mit ihren kühn geschwungenen Kühlerhauben vor nichts und niemandem fürchten müssen. Man kommt nicht mehr aus dem Staunen, ob all der Modelle, von denen viele richtig etwas hergeben, aufgeplusterten Hummeln gleich, und dabei normale

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Nachhaltigkeit Bieler Perlen Ernährung Transition

„Nichts muss perfekt sein, um gut zu schmecken“

2.8 Millionen Tonnen Foodwaste verursachen alle Akteure der Lebensmittelkette jährlich in der Schweiz. Eine unvorstellbare Menge. Das Ganze in 150 000 Lastwagen gefüllt, wird das Ausmass schon fassbarer. 330 kg pro Einwohner*in. Nun organisieren erstmals Engagierte in Biel ein Foodsave Bankett, um dieses Gesellschaftsphänomen zu thematisieren und vor allem auch um aufzuzeigen, was sich aus dem, was wir in den Auslagen gar nie zu Gesicht bekommen, Leckeres zubereiten lässt.  Am 23. September steigt auf dem Robert-Walser-Platz hinter dem Bahnhof das erste öffentliche Bieler Foodsave Bankett inklusive kleiner Bar und kulturellem Rahmenprogramm. Mit im OK dabei sind Samantha Hübscher, Umweltberaterin und Köchin in der Tagesschule Leubringen, sowie Camille Poirier, Bibliothekarin und Freiwillige bei Robin Food. Sie erzählen, was ihnen Lebensmittel bedeuten und warum sie sich für deren Wertschätzung und gegen Verschwendung einsetzen. Was erwartet uns diesen Herbst am Foodsave Bankett?  Samantha: Es gibt ein Apéro und ein 3-Gang-Menü aus geretteten Lebensmitteln,

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Nachhaltigkeit Buchtipp

Selbstversorgung – eine Broschüre, die Mut macht

Mit „Pascoum’s Selbstversorgung“ hat Pascal Mülchi eine echte Perle in Sachen Garten-Ratgeber geschaffen. Der DIY-Leitfaden ist als schmales, unspektakuläres Büchlein gehalten, enthält aber eine beeindruckende Fülle von Informationen, die man kaum für möglich hält, wenn man die Publikation in die Hände bekommt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Autor die 36 Seiten geschickt nutzt, um nebst flüssigen und pointierten Beschreibungen seiner eigenen Erfahrungen an den Seitenrändern in vertikaler Ausrichtung auch noch zahlreiche Fakten und Erklärungen zu in den Texten verwendeten Begriffen unterzubringen. So erklärt er dort zum Beispiel, was eine Grelinette ist, wofür ZAD steht, erklärt Agrofortswirtschaft oder stellt Organisationen wie La Via Campesina oder Uniterre vor. Die Haupttexte sind so von all diesen Erklärungen entlastet und erzählen klar in Kapitel organisiert – von „Land“ über „Werkzeug“, „Düngung“ usw. bis hin zu „Startbudget“ – von den jahrelangen und in verschiedenen Gärten gesammelten Selbstversorger-Erfahrungen. Was Pascal Mülchi im Vorwort verspricht,

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Leben Natur Gesellschaft Klimawandel Brennpunkte Kultur Mobilität Urbanismus Unkategorisiert

Energie pour Bienne – wie steht die Stadt da?

Von aus dem See gewonnener Wärme bis zum Potential in Sachen Photovoltaik und Windkraft. In diesem bilinguen Interview gibt Biels Bau-, Energie- und Umweltdirektorin Lena Frank einen vertieften Einblick in die Energieversorgung der Stadt heute und in Zukunft.  Lena Frank, conseillère municipale et membre du Conseil d’administration de l’ESB, développe pour nous les projets ayant un potentiel pour Bienne ainsi que les efforts nécessaires dans le domaine des économies d‘énergie.  Ein Gespräch in Deutsch und Französisch – une toute nouvelle expérience pour les trois du comité de rédaction de Vision 2035.   Quelle est la situation de l’énergie à Bienne ? La ville de Bienne est partie prenante intégrale du système d’approvisionnement énergétique suisse et y compris mondial. Le système énergétique est tellement globalisé que si d’autres n’ont pas suffisamment d’énergie, nous n’en n’avons pas assez non plus. Ce que je peux dire, c’est qu’actuellement nous avons suffisamment d’énergie, des

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Natur Gesellschaft Kultur Urbanismus

LabCity – mutig angerührt. Und jetzt?

Stattliche Bäume vor dem Bahnhof, üppig bepflanzte Mulden in der Nidaugasse, eine schwungvolle meterhohe Schlaufentreppe auf dem Zentralplatz: Tina Messer, Raphael Benz und Matthias Gebel haben im Rahmen der Aktion LabCity diesen Sommer in der Bieler Innenstadt mit der grossen Kelle angerichtet. Einfach mal machen und testen was wie ankommt statt lange reden, war dabei ihr Motto – immer im Austausch mit der Bevölkerung. Aber was bleibt, wenn bald abgeräumt wird? Wie sieht die Stadt von Morgen aus? Das ist die zentrale Frage von LabCity, einer Aktion zur Wiederbelebung der Innenstadt, die diesen Sommer für Aufsehen gesorgt hat. Ursprünglich initiiert von der Stadt Biel, um eine Antwort auf das Ladensterben und die Einkaufs-Verschiebung ins Internet zu finden, war es nun ein Verein, der verschiedene Plätze bespielte. Gegründet haben ihn die beiden Bieler Kommunikations- und Eventbüros GebelGebel und Messer Benz. Die Stadt Biel ist zur Partnerin geworden und hat einen Beitrag

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Ernährung Urbanismus

13.5 Millionen Liter Trinkwasser für Biel – jeden Tag

Biel ist eine Wasserstadt – auch ohne Agglolac. Da sind die Quellen am Jurahang, die einst zur Gründung der Stadt an dieser Lage führten. Da ist der See, dessen Wasser sechs Mal im Jahr vollständig ausgetauscht wird. Da ist die Schüss mit ihren Armen, die das Stadtbild prägen. Da ist das Grundwasser, das bei jedem grösseren Bauvorhaben Spundwände nötig macht. Und wie läuft das eigentlich mit der Trinkwasserversorgung, den unsichtbaren Röhren, Pumpen und Reservoiren? Einblicke in Biels Wasserwelt mittels kleiner fiktiver Geschichten voller Fakten und Zahlen. In Madretsch steht eine Studentin frühmorgens in der Küche ihrer WG im dritten Stock eines Altbaus. Sie dreht den Kalt-Wasserhahn auf und lässt das Wasser laufen. Sie hat einmal in einem Artikel im Bieler Tagblatt gelesen, dass es ratsam sei am Morgen vor dem Trinken das Kaltwasser einige Minuten fliessen zu lassen, damit kein über Nacht in den Leitungen gestandenes Wasser im Glas landet.

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Ernährung

Die Nahrungsmittelfabrik Nr. 1 rüstet auf

„Wir wollen grundsätzlich nichts Fremdes im Trinkwasser haben“, lautet die Devise beim ESB, dem Bieler Trinkwasseraufbereiter. Mit dem neuen Seewasserwerk, das sich momentan im Bau befindet, kommt man der Zielsetzung entschieden näher. Herzstück ist eine speziell auf die hiesige Situation abgestimmte und damit weltweit einzigartige Umkehrosmose-Anlage. Sie soll insbesondere ohne Chemie auskommen und speziell polaren Spurenstoffen wie Chlorothalonil-Abbauprodukten den Riegel schieben. Trotzdem sind auch Kompromisse nötig.   Im Seewasserwerk in Ipsach grummelt und rauscht es in dicken farbigen Röhren. Hier wird das Lebensmittel Nummer 1 der Bielerinnen und Nidauer produziert: Trinkwasser in riesigen Mengen. 14‘000 Liter fliessen von hier aus jede Minute und rund um die Uhr durch eine Transportleitung mit 80 Zentimeter Durchmesser in Richtung der beiden Städte, oder anders gesagt 100 Badewannenfüllungen pro Sekundenzeigerumlauf, bei Bedarf auch das Doppelte. Vom Rohstoff, den es dafür braucht, hat es reichlich: einen ganzen See voll, in den laufend neues Wasser fliesst –

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Wo das Trinkwasser in 3 km Entfernung liegt

Auf einer Reise im Oktober 2021 in die Demokratische Republik Kongo musste Noël Tshibangu feststellen, dass der Zugang zu Wasser respektive zu sauberem Wasser selbst in tropischen Klimagegenden eine Herausforderung ist. So zum Beispiel in der Stadt Mbuji-Mayi wie auch in den umliegenden Dörfern. Der Fall Bena Kalemba ist besonders kompliziert. Aufgrund der erheblichen Schwierigkeiten dieses rund 60 km von der Provinz-Hauptstadt entfernt liegenden Dorfes hat Tshibangu das Projekt Wasserkette ins Leben gerufen. Im Dorf Bena Kalemba leben schätzungsweise 4’000 Menschen. Diese haben täglich damit zu kämpfen, an sauberes Wasser zu kommen. Die Lebensbedingungen sind schwierig und die Menschen materiell eher arm. Sie müssen sehr viel Zeit und Energie aufwenden, um sich schon nur mit Wasser für den täglichen Bedarf zu versorgen. Da es fast nur Strohhütten gibt, können die Dorfbewohner kaum Regenwasser sammeln für ihren Alltag. Der Regen dient meistens zum Duschen. Der See Lomba liegt etwa 3 Kilometer

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Wo ist die Dankbarkeit geblieben?

Es muss jetzt mal auf den Tisch. Dieses ganze Weltuntergangs-Gerede und die Diskussion darum, ob es nun zehn vor, fünf vor oder gar schon zwei vor Zwölf ist, geht mir auf die Nerven. Fakt ist: es ist höchste Zeit, entschieden zu handeln, um den Kopf noch aus der Schlinge zu ziehen. Ein Kommentar zum aktuellen Fokus-Thema „Wasser“. Es geht hier im Grunde weniger darum, den Erdball zu retten; der wird schon bleiben und das Klima sich wohl auch wieder beruhigen, wenn er sich seiner Peiniger mal entledigt hat. An den Kragen geht es vielmehr der Menschheit. Der blaue Planet mit seinen elementaren Kräften Erde, Feuer, Luft und Wasser sendet schon länger und immer deutlicher Signale, dass er genug hat vom Zweibeiner homo sapiens, dieser einzigen Kreatur weit und breit, die seine Grenzen nicht respektiert, ihn malträtiert, ihn zupflastert, verschmutzt, vergiftet, an ihm herumkratzt, sich schonungslos und gierig an ihm bedient,

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Bieler Perlen

Giraffen auf dem Pausenplatz

An den Bieler Schulen Walkermatte und Neumarkt gibt es eine ganz besondere Treppe: sie sieht aus wie ein Podest und hat vier Stufen auf beiden Seiten. Auf ihr begegnen sich Kinder, die einen Konflikt haben, in der sogenannten „Giraffenstunde“. Was in diesen je 15 Minuten der gelebten Gewaltfreien Kommunikation geschieht, wie dieses Angebot das Schulklima verbessert und wie Lehrerin Onorina Magri das Konzept laufend weiterentwickelt, davon handelt dieser Beitrag. Herein kommen die Kinder nicht selten aufgebracht. „Da sind Energien im Raum, da sind Konflikte am brodeln“, sagt Onorina Magri, „ich hatte mal zwei, die wären sich am liebsten an die Gurgel gesprungen.“ Das lässt die Lehrerin freilich nicht zu, eine Wolfsshow, wie sie es nennt, aber sehr wohl. „Es geht darum, sich echt zu zeigen, gerade auch die sonst so oft unterdrückten Emotionen zuzulassen. Gewaltfrei heisst in dem Sinne nicht nett und leise.“ Aber Magri weiss die Emotionen auch aufzufangen,

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