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Erste 5G-Antenne in Biel

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An der Länggasse 50 im Bözingenquartier, direkt neben dem Fussballplatz, soll die erste 5G-Antenne gebaut werden. Laut Rebekka Meier vom Komitee 5G-Moratorium, soll es sich dabei um eine starke Antenne handeln, deren Strahlung die Grenzwerte übersteigen lässt. Sie soll direkt beim Fussballplatz gebaut werden, so dass dort nicht mehr gespielt werden dürfte. Einspracheberechtigt sind Personen mit Wohnsitz im Umkreis von einem Kilometer (siehe Karte). Mustereingaben finden Sie im Anhang.

Medienmitteilung vom „Komitee 5G-Moratorium“

Beim Betrachten der Übersichtskarte des Bundesamts für Kommunikation BAKOM mit den Standorten von Sendeanlagen fällt auf, dass in Biel und Umgebung keine 5G-Mobilfunk-Antennen stehen. Nun ist im Bözingenfeld an der Länggasse 50 eine neue Mobilfunkantenne projektiert. Gegen die Antenne regt sich Widerstand, wie mehrere Anfragen an den Verein 5G-Moratorium zeigen.

Wer in Bern aus dem Zug steigt, dem fallen unzählige Werbeplakate für 5G ins Auge. Für viele Schwei- zerinnen und Schweizer ist es keine angenehme Vorstellung, in der Nähe einer 5G-Antenne zu wohnen, zu gross sind die gesundheitlichen Bedenken. Auch eine Tagesfrage der Zeitung Bieler Tagblatt hat gezeigt: die Mehrheit der Bielerinnen und Bieler möchte zurzeit keine Einführung von 5G.

Nun ist im Bözingenfeld an der Länggasse 50 direkt neben einem Fussballfeld eine neue Mobilfunkantenne geplant. Es handelt sich um eine 5G-Antenne mit verhältnismässig hohen Sendeleistungen. Für den Laien ist im Baugesuch nicht erkennbar, ob es sich um eine 5G-Antenne handelt, da das Wort „5G“ nicht erwähnt wird. Einzig am Frequenzband ist es erkennbar.

Bei 5G-Antennen sowie bei den Vorgängertechnologien müssen die Grenzwerte für nicht-ionisierende Strahlung eingehalten werden. Berechnungen bei anderen Baugesuchen zeigen, dass dies bei 5G- Antennen nur sehr selten der Fall ist. Bei Antennen neben Fussballplätzen werden die Grenzwerte in der Regel sogar stark überschritten, so dass sich dort niemals Kinder längere Zeit aufhalten dürften. Auch in Diessbach ist eine 5G-Antenne neben dem Fussballplatz geplant und dort dürften sich Kinder der Antenne nur auf maximal 30 Meter in Hauptsenderichtung für mehr als rund 6 Minuten nähern.

Gesundheitliche Bedenken gegenüber 5G-Antennen und Mobilfunkstrahlung sind gerechtfertigt. Inseinem „Infoblatt an die Kantone; Mobilfunk und Strahlung: Aufbau der 5G-Netze in der Schweiz“ vom 17. April 2019 schreibt das Bundesamt für Umwelt BAFU unter Punkt 7 ausdrücklich: „ … Nach wissen- schaftlichen Kriterien ausreichend nachgewiesen ist eine Beeinflussung der Hirnströme. Begrenzte Evidenz besteht für eine Beeinflussung der Durchblutung des Gehirns, für eine Beeinträchtigung der Spermienqualität, für eine Destabilisierung der Erbinformation sowie für Auswirkungen auf die Expression von Genen, den programmierten Zelltod und oxidativen Zellstress.“

Das 5G-Netz als Ganzes hat noch viel weitreichendere Folgen als „nur“ auf die menschliche Gesundheit. Mit dessen Einführung würden über 130‘000 neue Mobilfunkanlagen im Schweizer Siedlungsgebietbenötigt, welche in einigen Jahren als Elektroschrott anfallen. Hinzu kommen Millionen von Endgeräten, Sensoren, Kleinst-Antennen, Gebäude für Clouds etc. Allein in Biel würden – wenn die Antennen einen Abstand von 150 Meter zueinander haben – min. 500 Antennen nötig. Bevor die Bielerinnen und Bieler dem Gesamtausmass zustimmen können, muss mit dem Bau der ersten Antenne zugewartet werden.

Kontakt: Rebekka Meier, 032/652 61 61

Rebekka Meier aus Grenchen ist Uhrenmacherin und beschäftigt sich mit Funktechnik. Sie hat das Komitee 5G-Moratorium gegründet.

Fotos: Andreas Bachmann

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