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Buchtipp „Befreiung vom Überfluss“

Weniger, weniger, …weniger! Noch bevor sich die Reichen und Mächtigen der Weltwirtschaft Ende Januar auf den Weg nach Davos machten, um nach neuen globalen Strategien des Wirt-schaftswachstums zu suchen, gastierte Niko Paech in Bern und sprach an einer Abendveranstaltung im Rahmen der «Tour de Lorraine» über Klimagerechtigkeit und Postwachstum. Mit im Gepäck war sein Buch «Befreiung vom Überfluss». Niko Paech, Professor für Plurale Ökonomik an der Uni Siegen, warf in Bern ein kleines Streifl icht auf die «Postwachstumsökonomie»; ein Begriff, den er vor circa 15 Jahren geprägt hat. Eine funktionierende Wirtschaft ohne Wachstum ist für manche unvorstellbar, wird uns aber zukünftig gezwungenermassen beschäftigen. Allseits erleben wir Ressourcenknappheit, Umweltverschmutzung, die Auswirkungen des Klimawandels, kurz: das Ende des seit Jahrzehnten propagierten Wachstums, das uns allen doch soviel Wohlstand und Freiheit gebracht hat. Dass uns in dieser problematischen und bedrohlichen Situation grüne Technologien retten könnten, hält Paech nicht nur für unrealistisch, sondern weist

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Bieler Perlen Transition

Kleider tauschen statt kaufen

Am 6. März ist es wieder soweit. Dann findet bei Econest, dem Laden für eine gesündere Umwelt, die Kleidertauschbörse „Le Troc“ statt. Drei engagierte Frauen organisieren diese einmal pro Saison. Sie wollen damit eine einfache, unkomplizierte und kostenlose Lösung als Alternative zur Fast Fashion als einer der umweltschädlichsten Branchen bieten. Die Bieler Bloggerinnen Tina (lumai.ch) und Virginie (avecpanache.ch) sowie Claudia von Econest haben im Herbst 2018 die Idee der Kleidertauschbörse lanciert, weil sie sich der Herausforderung des Themas „Klima“ bewusst sind. Seither finden dank eines aufgeschlossenen und motivierten Publikums regelmässig Börsen statt – am 7. März 2020 bereits die sechste. Fast fashion sucks Leser und Leserinnen der Vision 2035 wissen es wahrscheinlich: Einwegmode ist eine Umwelt-Katastrophe! Die Textilherstellung ist nicht nur eine Industrie, die billige und ungeschützte Arbeitskräfte ausbeutet (wir erinnern uns an die Tragödie von Rana Plaza im Jahr 2013), sondern auch gemäss dem Magazin Forbes die weltweit zweitgrösste Quelle industrieller Verschmutzung ist, direkt nach

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5G Brennpunkte

Weniger Antennen und doch mehr Daten?

Der heute überlastete Mobilfunk ist ein Symptom für viel tiefer liegende Probleme. Doch diese lassen sich mit dem Ausbau des Mobilfunknetzes auf 5G nicht beheben – im Gegenteil, sie werden noch verschlimmert. Die Rede ist vom exzessiven Videokonsum unserer Jugendlichen, von den Auswirkungen der enormen Menge an übertragenen Daten auf unsere Umwelt, auf unser Klima – in der Schweiz und auf der ganzen Welt. Dieser Artikel zeigt auf, weshalb unsere Mobilfunkantennen ausgelastet sind und wägt ab, ob 5G die Lösung für die heutigen Probleme ist. Mobilfunk ist die Übertragung von Daten durch die Luft. Eine Antenne sendet elektromagnetische Wellen aus – und ein mobiles Gerät, z.B. ein Smartphone, empfängt diese Wellen. Eine Mobilfunkantenne darf so stark senden, bis die Grenzwerte in ihrer Umgebung erreicht werden. Im Schweizer Mittelland ist das Netz so dicht, dass wir praktisch keine Funklöcher mehr haben. Dennoch kann es vorkommen, dass die Datenübertragung nur unzureichend funktioniert.

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Brennpunkte

Naherholung statt Agglolac: Nein zum Landverkauf, nein zum Zonenplan

Am 28. Juni 2020 soll in Nidau und Biel das Projekt Agglolac zur Abstimmung vorgelegt werden. Die Gruppe Zentralparc war von Anfang an in der Öffentlichkeit mit einer klaren Nein-Parole und der Forderung nach einer alternativen Entwicklung des Expo-Geländes präsent. Formell geht es bei der Abstimmung im Juni um den revidierten Zonenplan (nur Nidau) und den Landverkauf beziehungsweise die Abgabe im Baurecht (Nidau und Biel) an den Immobilienkonzern Mobimo zum Zweck einer Wohnüberbauung. Es handelt sich um staatlich geförderte Immobilienspekulation, die vor allem Mobimo nützt. Die Qualität des öffentlichen Raumes als Erholungszone würde mit dieser Überbauung am Ufer des Bielersees rapide abnehmen. Agglolac würde eine zukunftsgerichtete und soziale Entwicklung des Expo-Geländes, die der ganzen Bevölkerung zu Gute kommt, verunmöglichen. Aus diesen Gründen muss Agglolac an der Urne abgelehnt werden. Das brachliegende Expo-Gelände liegt mitten in einem in der ganzen Region beliebten Naherholungsgebiet. Die Mehrheit der Grundstücke im Planungsperimeter wurden im

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Aufwachen in Chile

In Chile herrscht seit Mitte Oktober ein sozialer Ausnahmezustand. Tägliche Proteste bringen die Unzufriedenheit der Chilenischen Bevölkerung mit dem neoliberalen System zu Tage. Eine mehrwöchige teilnehmende Beobachtung der Protestbewegung ergründet die unterschiedlichen Aspekte des Aufstands. Es ist Freitag in Santiago de Chile. Und wie jeden Freitag seit dem 18. Oktober 2019 strömen nach Feierabend tausende Menschen Richtung Plaza Italia, Epizentrum der Proteste in Chile und mittlerweile kurzerhand umbenannt in Plaza Dignidad, Platz der Würde. Von Weitem jagen einem Tränengasschwaden das Wasser in die Augen. Unbeirrt wandern tausende Menschen aus allen Richtungen zum zentralen Platz des Unmuts. Zerstörte Busstationen, vollgesprayte und bemalte Wände, verbarrikadierte Schaufenster zeugen von den wochenlangen Protesten, die Chile in einem unruhigen Ausnahmezustand hinterlassen. Sozialer Aufstand „Estallido social,“ sozialer Ausbruch, wird die Gesamtheit der Protestbewegung genannt. Auslöser war eine Preiserhöhung der Metrotickets um 30 Pesos, rund 4 Rappen. Darauf reagierten Schüler und Studenten mit Blockaden der Metrostationen, die

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Ein guter Steuerzahler kommt nach Nidau

Eine leider nicht satirische Realtragödie Nehmen wir einmal an, ich heisse Dagobert Ente, wäre reich und somit ein potenziell guter Steuerzahler. Nun habe ich ein Auge auf ein grosses Grundstück am schönen Nidauer See geworfen. Beste Lage, geeignet für mich und meinen Bruder Donald und unsere Neffen. Jahrelang auf Gemeindeboden der Stadt Nidau brachliegendes Land, zum Teil auch Eigentum der Stadt Biel. Ich nehme Kontakt mit den Behörden Nidaus und Biels auf und schlage ihnen folgendes Geschäft vor: Ich baue auf diesem Grundstück ein schönes Haus für uns und bezahle fortan meine Steuern in Nidau. Damit dies für alle Seiten Vorteile hat, schlage ich zwei Zusammenarbeitsverträge vor, einen für den Kauf und einen für die Gestaltung der Bauvorschriften. Der Kauf des Grundstücks Ich einige mich mit beiden Städten auf einen Kaufpreis des Grundstücks von einigen Millionen Franken und wir vereinbaren, dass mit diesem Geld die vorhandenen industriellen Altlasten und archäologischen

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Ernährung

Stop Palmöl

Die bäuerliche Gewerkschaft Uniterre lanciert nun das Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien. Ein konsequenter Schritt nach einem ermurksten Kompromiss auf politischer Ebene, bei dem der Klimaschutz links liegen gelassen wurde. Zur Vorgeschichte: Am 1. November 2018 wurden die Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA (Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein) und Indonesien beendet. Das Schweizer Parlament hat nun dem Wirtschaftsabkommen am 20. Dezember 2019 auf dem bilateralen Weg zugestimmt. Bereits im Vorfeld kritisierte die Palmöl-Koalition, ein Zusammenschluss von verschiedenen NGOs, die fehlende Verbindlichkeit und Transparenz des Abkommens. Sie forderte vergeblich, das Palmöl aus dem Abkommen auszuschliessen. Darum jetzt der Entscheid der bäuerlichen Gewerkschaft Uniterre, das Referendum zu ergreifen. Eine grüne Wüste In Indonesien liegen 10 – 15 Prozent des tropischen Regenwalds der ganzen Welt. Alleine in den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 sind 43 000 Hektaren abgebrannt. Immer grössere Flächen des Regenwaldes werden abgeholzt, uralte CO2-Speicher entleeren sich in die Atmosphäre

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Nein zum 24-Milliarden-Blankoscheck

Für 6 Milliarden will der Bundesrat neue Kampfjets kaufen. Auf die gesamte Lebensdauer gerechnet werden uns die Flieger gar bis zu 24 Milliarden kosten – eine unfassbare Menge an Steuergeld, das uns zum Beispiel bei der Bekämpfung des Klimawandels fehlen wird. Billigere Alternativen wurden vom VBS nicht geprüft. Das Referendum gegen dieses Projekt ist deshalb zwingend nötig. Alles ist dem Parlament zu teuer: Eine angemessene Elternzeit oder Prämienvergünstigung, eine Erhöhung der AHV-Renten – keine Chance. Alle Vorschläge prallen an der bürgerlichen Mauer im Parlament ab. Es sei denn, es geht ums Militär. Da scheinen die beiden Kammern und auch das VBS keine Grenzen zu kennen. Insgesamt 15 Milliarden sollen in den nächsten Jahren für neue Waffensysteme ausgegeben werden – sechs Milliarden für neue Kampfjets, zwei Milliarden für eine neue bodengestützte Luftabwehr (BODLUV) und weitere sieben Milliarden für neue Bodensysteme (Panzer, Artillerie, etc.). Es handelt sich damit um das grösste und

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Wenn die Bäume weiterwachsen

Unser Autor wohnt seit Anfang 2020 nicht mehr im Ökoquartier in Meyrin, aus dem er uns berichtete. In der letzten Kolumne blickt er auf 21 Monate Abenteuer zurück und sagt, warum er wieder dorthin zurückkehren wird. Ich bin ein Mensch, der Gelegenheiten gerne wahrnimmt. So eine bot sich mir Ende des abgelaufenen Jahres. Ende November hatte ich mich auf die liste de relogement en urgence der Genossenschaft Ciguë setzen lassen, um die Behausung innerhalb der Genossenschaft möglichst rasch wechseln zu können. Kurze Zeit später wurde mir eine 2-Zimmer-Wohnung in einem Wohnblock angeboten, der in einem Jahr abgerissen werden soll. Une visite, ein Entscheid, und früher als ich dachte, verliess ich die mir lieb gewordene Umgebung im Ökoquartier. Mais pourquoi? Rückblickend war es ein ensemble von Dingen, die mich dazu gebracht haben, den Schritt zu machen. Erstens, das persönliche Bedürfnis nach Ruhe. Weniger ist mehr. Als einer von vier Hausdelegierten und

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