Brennpunkte Urbanismus

Quartier Nouveau statt Agglolac – Utopie als Notwendigkeit

Die BielerInnen glauben den «Grösser – Besser – Neuer» Versprechungen ihrer Stadtoberen nicht mehr. Das Millionen-Beton-Grab Tissot-Arena oder der sistierte Westast zeigen es. Und die nächste unsichere Grossbaustelle folgt mit Agglolac bereits. Wird der Investoren-Traum realisiert oder geht die Planerei um das Expo.02 Gelände von vorne los? Mit Quartier Nouveau wird ein dritter Weg skizziert, der die Stärken von Biel nutzt, Innovation und Interdisziplinarität fördert und einen Weg aufzeigt, wie in einer zukunftsweisenden Stadtplanung auch Qualitäten wie Kreativität, Empathie und Anpassungsfähigkeit gelernt und gelebt werden könnten. Nach 20 Jahren Architekturwettbewerben steht Hans Stöcklis Venedig-Vision vor dem Scheitern. Sollte Agglolac entweder in Nidau oder Biel abgelehnt werden, die Chancen dazu sind erheblich, steht die Planergilde vor einem Fiasko. Ein mehrheitsfähiges Nachfolgeprojekt ist auch nicht in Sicht, und Mobimo pocht auf Verträge – oder Millionen aus der leeren Bieler Stadtkasse. Was tun? Rasch ein Alibi-Projekt mit ein paar Beruhigungspillen (Sozialer Wohnungsbau, un

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Urbanismus

Schon mal was gehört von Zürgelbäumen?

Es ist heiss dieser Tage. Sehr heiss. Da leiden auch die Pflanzen, gerade in der Stadt, wo der viele Asphalt zusätzlich heizt. Manche Arten, wie der Bergahorn, sind dem nicht gewachsen. Sie verschwinden mehr und mehr aus dem städtischen Raum. Andere sind robuster und widerstandsfähiger den extremen klimatischen Bedingungen in der Stadt gegenüber. Zum Beispiel die Zürgelbäume, einer von mehreren südländischen Arten, an denen sich Biels Stadtgärtner im Zuge des Klimawandels mehr und mehr orientieren. An der viel befahrenen Georg-Friedrich-Heilmann-Strasse in Biel gibt es auf Höhe des Warenhauses Otto’s eine ganze Reihe Bäume, die wohl kaum jemand benennen kann – mit schlanken verzweigten Stämmen und ausladenden aber doch lichtdurchlässigen Kronen in einigen Metern Höhe, die Strasse samt Fahrleitung des Busses überspannend. Es sind rund 40 Exemplare des sogenannten Südlichen Zürgelbaumes (celtis australis). Auf sie aufmerksam machte bereits der unterdessen verstorbene Bieler Baumkenner Hugues Vaucher in einem über ihn verfassten Bericht im

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Transition

Wie die Jugend die Welt wachzurütteln versucht

Überall hört man davon, ob am Radio in der Tagesschau oder auf den Strassen, die Klimabewegung war selten so präsent wie in diesem Frühjahr. Eine Schülerin, die mittendrin ist, hat für die Vision 2035 Stimmen unter Mitstreikenden gesammelt. „There is no plan (et) B“  „Try counting your money while holding your breath!“ „If the climate was a bank, it would have been saved by now“  „Make love not CO2“. Transparente mit Sprüchen wie diese zeugen von nun typisch gewordenen und regelmässig stattfindenden Klimademos, hier in Biel und vielen anderen Städten. Es ist als hätten Tausende von Jugendlichen darauf gewartet, dass endlich jemand seine Worte zu Taten macht, nur um auf die Strassen zu stürmen und mitzumachen. Die Problematik war den meisten schon lange bewusst, aber man wusste nicht wo anfangen, man war wie überfordert. Als nun aber durch das wöchentliche Streiken der jungen Schwedin Greta Thunberg die Bewegung #Fridaysforfuture aufkam,

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Urbanismus

Wer kennt Biel wirklich? – Montagsbild Nr. 9

Noch ungelöst: das letzte Montagsbild. Es geht hiermit in die Verlängerung – mit einem Zusatzhinweis. Die abgebildete prachtvolle Fassade mit Erker und blumigen Verzierungen befindet sich wenige Schritte vom Zentralplatz entfernt, untendrin ein gut frequentierter Laden. Und oben aus dem Erkerfenster hat an der letzten grossen Demo gegen den Westast ein Herr Schlangenballone für die Kinder rausgeworfen. Vielleicht hilft ja das. Also dann: viel Glück beim miträtseln. Teilnahme am Wettbewerb: Wer eine Idee hat, an welcher Adresse diese schöne Bieler Fassade ist bzw. über welchem Geschäft, schickt ein Mail mit dem Stichwort „Montagsbild“ und einer möglichst genauen Lagebeschreibung des Abgebildeten bis spätestens am 8. Juli, 20 Uhr, an info@vision2035.ch. Zu gewinnen gibt es ein Abo der Vision 2035 oder ein Geschenkabo für eine Person nach Wahl. Auflösung und Gewinner letzter Woche: Auf dem Montagsbild Nr. 8 sind vor allem viele Blumen zu sehen, aus denen ein Stämmchen emporwächst. Christian Gräser, der Gewinner des

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Urbanismus

Wer kennt Biel wirklich? – Montagsbild Nr. 8

Es gibt Bäume in Biel, die habens schön bunt. Wie dieser hier und einige seiner Nachbarn. Jemand hat zu ihren Füssen Blumen gepflanzt – Mohn und Malven und Margeriten. Nur: wo stehen die Glücklichen? Das ist die Rätselfrage dieser Woche. Der Hintergrund kann Hinweise geben.  Teilnahme am Wettbewerb: Wer eine Idee hat, wo diese Blumenpracht am Fusse eines jungen Baumes blüht, schickt ein Mail mit dem Stichwort „Montagsbild“ und einer möglichst genauen Lagebeschreibung des Abgebildeten bis spätestens am 24. Juni, 20 Uhr, an info@vision2035.ch.  Zu gewinnen gibt es ein Abo der Vision 2035 oder ein Geschenkabo für eine Person nach Wahl.  Auflösung letzter Woche: Das Montagsbild Nr. 7 zeigt ein lächelndes Gesicht, das gegenüber der Talstation des Funi Evilard täglich hunderte Vorbeifahrende und Passanten anschaut, selbst aber wohl nur von Einzelnen ab und zu wahrgenommen wird. Eine davon ist Pascale Gattin, die Gewinnerin des Montagsbilds dieser Woche. Herzliche Gratulation. Sie bekommt ein Abo der

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Bieler Perlen Urbanismus

„Wir kämpfen und geben nicht auf“

Flammende Reden auf dem Zentralplatz, ein kraftvoller farbenfroher Umzug durch die Innenstadt und lautstarke Forderungen: Der Frauenstreik vom 14. Juni 2019 entwickelte in Biel  eine Austrahlung und Anziehungskraft, die immer mehr Menschen herbeiströmen liess. Im Herzen der Stadt verschafften verschiedene Rednerinnen ihrem Ärger über Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Mängel bei der Gleichstellung von Frau und Mann Luft. Wir waren vor Ort und haben zugehört, Reden gesammelt und auch fotografisch das Geschehen eingefangen. Mehr Gleichberechtigung, gleiche Löhne für gleiche Arbeit, Bekämpfung von Sexismus und sexueller Gewalt. Was schon 1991 beim ersten grossen schweizweiten Frauenstreik gefordert wurde, ist heute nicht minder aktuell und dringend. Leider, muss man sagen. Recht so also, dass 28 Jahre später nun alles nochmals aufs Tapet kommt – mit einer gewissen Portion Wut im Bauch. Diese war trotz überwiegend fröhlicher und friedlicher Stimmung auf dem Bieler Zentralplatz an diesem denkwürdigen 14. Juni 2019 durchaus auch zu spüren.  Zum Beispiel

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Urbanismus

Das Hochhaus und der Wind

Einsprache: Gegen den Wohnturm, der Ausgangs Taubenlochschlucht gebaut werden soll, regt sich Widerstand. 19 Stockwerke hoch soll er werden. Die Profile ragen schon seit Monaten satte 55 Meter in die Höhe. AnwohnerInnen haben nun eine Kollektiveinsprache lanciert. Sie kann noch bis am 17. Juni unterzeichnet werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei der „Tubelöchler“-Wind. Am Ausgang der Taubenlochschlucht in Biel (respektive am Eingang von unten her gesehen) soll eine Überbauung mit einem Wohnturm und einem niedrigeren Hotel realisiert werden, die es in sich hat. Das geplante Hochhaus wäre mit seinen 55 Metern nach jenem bei der Champagne das zweithöchste Gebäude in Biel. 69 Wohnungen auf 19 Stockwerken plant die Projektentwicklerin und Totalunternehmerin Priora AG Generalunternehmung.  Ein Hochaus ist an sich nichts schlechtes, aus dem Blickwinkel des verdichteten Bauens gar zu begrüssen. Ein derartiges Riesending  – an einem Ort notabene, der für viele Bielerinnen und Bieler der Zugang zu einem besonderen Naturerlebnis

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Bieler Perlen Ernährung

Die Römerquelle: Denkmal und Unort zugleich

Ohne die Römerquelle – das darf man füglich behaupten – gäbe es Biel nicht. Während Jahrtausenden hatte sie ihren Kalk an der warmen Erdoberfläche abgelagert und einen Hügel gebildet, der sich als idealer Siedlungsplatz anbot und auf dem Biel entstand. Jahrhunderte lang versorgte sie dann die Stadt mit frischem Trinkwasser. Heute hat sie weitgehend ausgedient. Doch ihre historische Bedeutung hat sie damit keineswegs verloren. Es ist kein attraktiver Ort. Ein steiler Pflasterweg zwischen Technikum und christkatholischer Kirche, daneben eine Mauer und ein Wassergraben. Dann ein rutschiges Kiesweglein, ein hoher Absatz, ein kleine Matte mit verschmutzten Steinbänken. Nebenan, versteckt hinter einer von Schlitzen durchbrochenen Blechwand und einer kleinen Eisentüre, ist sie verborgen: die Römerquelle, oder wie sie früher hiess, die Brunnquelle. «Ein gut küller Quellbrunn lobesan, Das beste Wasser tut er han, Das fleusst durch die Reben in die Statt, Darin man hat Viel köstliche Brünnen zugericht, Daraus das Wasser herfürbricht,

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Urbanismus

Wer kennt Biel wirklich? – Montagsbild Nr. 7

Wo lächelt dieses Gesicht? Es gibt Orte, an denen gehen wir x mal vorbei, ohne dass wir uns der Details achten. Und dann fällt uns in einem wachsamen Moment plötzlich etwas auf… Es geht weiter mit der Foto-Rätselserie „Montagsbild“ und der Frage „Wer kennt Biel wirklich?“ Zu gewinnen gibt es Ruhm und Ehre und Abos der Vision 2035. Teilnahme am Wettbewerb: Wer eine Idee hat, wo dieses lächelnde Gesicht bei Tag und Nacht FussgängerInnen, RadfahrerInnen und Motorisierte beobachtet, schickt ein Mail mit dem Stichwort „Montagsbild“ und einer möglichst genauen Lagebeschreibung des Abgebildeten (gerne auch mit Zusatzwissen) bis spätestens am 17. Mai, 20 Uhr, an info@vision2035.ch. Zu gewinnen gibt es ein Abo der Vision 2035 oder ein Geschenkabo für eine Person nach Wahl. Auflösung letzter Woche: Das Montagsbild Nr. 6 war das bisher einzige nicht gelöste Rätsel. Es zeigt eine Fassadenmalerei an der Bushaltestelle „Taubenloch“ (Richtung Innenstadt) der Linie 1 mit passendem Sujet.

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Urbanismus

Wer kennt Biel wirklich? – Montagsbild Nr. 6

Geschafft, das Rätsel von letzter Woche ist gelöst. Und schon kommt das nächste. Wo sprudelt dieser Wasserfall die Hauswand herab? Und sind die Fenster nun echt oder nicht? Ein Wandbild dieser Grösse ist in Biel eine Rarität. Schön, dass es sich täglich vielen hundert Vorbeifahrenden und Passanten präsentiert.  Teilnahme am Wettbewerb: Wer weiss, an welcher Fassade das fotografierte Wandbild prangt, schickt ein Mail mit dem Stichwort „Montagsbild“ und einer möglichst genauen Lagebeschreibung des Abgebildeten (gerne auch mit Zusatzwissen) bis spätestens am 20. Mai, 20 Uhr, an info@vision2035.ch.  Zu gewinnen gibt es ein Abo der Vision 2035 oder ein Geschenkabo für eine Person nach Wahl.  Auflösung letzter Woche: Das Montagsbild Nr. 5 war eine Knacknuss, die erst in der zweiten Woche geknackt wurde, dann aber gleich von drei Teilnehmenden. Richtig ist, dass die abgebildete Platane an der Ecke Viaduktstrasse/Schüsspromenade steht, schräg gegenüber des Restaurant Écluse. Sie ist einer der prächtigsten Bäume in Biel,

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